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Welpen kaufen: worauf achten, damit du nicht betrogen wirst

Welpen kaufen: Worauf achten bei Online-Inseraten? So erkennst du Fake-Angebote und illegalen Welpenhandel und zahlst erst nach dem Besuch beim Züchter.

Von Veröffentlicht am 10 Min. LesezeitRead in English
Titelbild: Welpen kaufen, worauf achten, damit du nicht betrogen wirst

Welpen kaufen: Worauf du achten musst, ist schnell gesagt. Es muss den Welpen wirklich geben, und er darf nicht aus illegalem Handel stammen. Du schützt dich, indem du nie vorab zahlst, den Welpen zusammen mit dem Muttertier beim Verkäufer zu Hause ansiehst und Heimtierausweis, Chip und Impfungen prüfst, bevor Geld fließt.

Ein Welpe ist ein emotionaler Kauf, und genau das nutzen Betrüger aus. Wer sich in ein Foto verliebt hat, überweist schneller eine „Reservierungsgebühr“ oder Transportkosten. Wir entwickeln bei KatiTrust eine Kamera-App, deren Fotos und Videos andere nachprüfen können, und sehen deshalb oft, wie viel ein kopiertes Foto in einem Inserat anrichten kann.

Hier liest du, wie die beiden häufigsten Maschen ablaufen, woran du ein unseriöses Angebot erkennst und wie ein sicherer Kauf Schritt für Schritt aussieht. Die Tricks, die auf Kleinanzeigen bei allen Artikeln vorkommen, fasst unser Überblick Kleinanzeigen-Betrug erkennen zusammen.

Welpen kaufen: worauf achten, auf einen Blick

Bei einem Welpen aus dem Internet drohen zwei verschiedene Probleme. Entweder gibt es den Welpen gar nicht, und du verlierst die Anzahlung. Oder es gibt ihn, aber er stammt aus illegalem Handel, ist zu jung, krank oder ungeimpft. Gegen beides hilft dieselbe Regel: Geld nur bei der Abholung, nach einem Besuch mit Muttertier und Papieren.

RisikoSo erkennst du esDein Schutz
Welpe existiert nichtLockpreis, Verkäufer weit weg, Vorkasse für Reservierung oder TransportNie vorab zahlen, Welpen vor Ort ansehen
Illegaler WelpenhandelMehrere Rassen, Übergabe auf Parkplatz, kein Muttertier, Papiere fehlenBesuch beim Züchter, Papiere und Alter prüfen
Kranker WelpeDurchfall, Husten, apathisches Verhalten, Welpe sehr jungTierarzt-Check, Kaufvertrag, im Zweifel nicht kaufen

Masche 1: Den Welpen gibt es gar nicht

Beim klassischen Welpen-Betrug existiert das Tier nur auf dem Foto. Das Inserat zeigt einen süßen Rassehund zu einem Preis, der deutlich unter dem üblichen liegt. Der Verkäufer wohnt angeblich weit weg oder gerade im Ausland und bietet an, den Welpen zu schicken. Vorher soll eine Anzahlung kommen, als Reservierung oder für den Transport.

Nach der ersten Zahlung hört es selten auf. Plötzlich fehlt Geld für eine Transportbox, eine Impfung, ein Gesundheitszeugnis oder eine Versicherung. Jede Forderung klingt plausibel, und wer schon gezahlt hat, will das Geld nicht verlieren. Der Welpe kommt nie an, und irgendwann reagiert der Verkäufer nicht mehr.

Die Polizeiliche Kriminalprävention nennt Vorkasse die beliebteste Zahlart unter Betrügern, gerade auf Kleinanzeigenportalen. Einmal überwiesenes Geld zurückzuholen sei extrem schwierig. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät ausdrücklich, niemals vorab für Transport, Versicherung oder ähnliche Kosten zu zahlen. Bei einem Welpen gilt das doppelt, denn ein seriöser Züchter verschickt keine Tiere an Fremde.

Masche 2: Illegaler Welpenhandel hinter dem Privatinserat

Gefährlicher für das Tier ist die zweite Masche. Hier gibt es den Welpen wirklich, aber er stammt aus einer Massenzucht, meist im Ausland, und wurde viel zu früh von der Mutter getrennt. Im Inserat wirkt er wie ein Wurf aus einer privaten Familie. Übergeben wird er oft auf einem Parkplatz oder an einer Raststätte.

Der Deutsche Tierschutzbund hat für 2025 genau 250 bekannt gewordene Fälle von illegalem Heimtierhandel ausgewertet, mit 598 betroffenen Hunden. In 86,08 % der Fälle mit Altersangabe waren die Tiere zu jung für einen legalen Grenzübertritt. Wo Angaben zum Gesundheitszustand vorlagen, waren in 73,28 % der Fälle die Tiere krank. Die meisten kamen aus Rumänien und Bulgarien.

Laut Bericht werden heute seltener ganze Transporter aufgedeckt, sondern eher wenige Tiere, die als Privatverkauf getarnt sind. Der Tierschutzbund geht davon aus, dass der Großteil dieser Tiere online angeboten wurde oder worden wäre, in seinen Beispielen für 1.500 bis 2.000 Euro je Welpe. Ein günstiger Preis ist also kein sicheres Merkmal: Auch ein teurer Welpe kann aus illegalem Welpenhandel stammen.

Welpen-Betrug erkennen: 8 Warnsignale im Inserat

Kein einzelnes Signal beweist, dass ein Angebot unseriös ist. Treffen aber mehrere zu, solltest du nicht kaufen. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt die meisten dieser Merkmale für den illegalen Welpenhandel, die übrigen stammen aus den typischen Vorkasse-Maschen:

  1. Preis unter Marktwert: Der Welpe kostet deutlich weniger als bei seriösen Züchtern derselben Rasse.
  2. Mehrere Rassen: Derselbe Anbieter hat gleichzeitig Welpen verschiedener Rassen.
  3. Lieferung überallhin: Der Verkäufer bringt den Welpen zu dir oder lässt ihn transportieren.
  4. Übergabe unterwegs: Treffpunkt ist ein Parkplatz, ein Bahnhof oder der Kofferraum eines Autos.
  5. Kein Muttertier: Du darfst die Mutter und die Haltung nicht sehen.
  6. Fotos passen nicht: Bilder und Text im Inserat passen nicht zum Hund, oder die Fotos tauchen auch woanders auf.
  7. Papiere fehlen: Heimtierausweis, Impfnachweis oder Kaufvertrag gibt es angeblich erst später.
  8. Zahlung vorab: Reservierung, Transport oder Impfung sollen vor dem Kennenlernen bezahlt werden.

Am meisten verrät Punkt 6, und den kannst du vom Sofa aus prüfen. Eine Bilder-Rückwärtssuche zeigt, ob dieselben Welpenfotos schon in anderen Inseraten oder auf ausländischen Züchterseiten stehen. Taucht derselbe Welpe mit anderem Namen, Ort oder Preis auf, ist das Angebot fast sicher ein Fake.

Welpen kaufen: worauf achten bei Papieren, Alter und Impfungen

Ein seriöser Verkäufer hat nichts zu verbergen und zeigt dir die Papiere von sich aus. Dazu gehören der EU-Heimtierausweis mit der Nummer des Mikrochips, die eingetragenen Impfungen und Entwurmungen und ein Kaufvertrag. Bei Rassehunden kommen die Ahnentafel des Zuchtverbands und oft eine Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt dazu.

Achte auf das Alter. Nach § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Für Hunde aus dem Ausland gilt noch mehr: Laut Verbraucherzentrale Hamburg dürfen sie aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erst ab etwa 15 Wochen nach Deutschland gebracht werden. Ein „acht Wochen alter Welpe aus Ungarn“ passt also nicht zusammen.

Papiere allein reichen trotzdem nicht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass auch vorgelegte Dokumente gefälscht sein können. Vergleiche deshalb die Chipnummer im Ausweis mit dem Chip des Welpen, den jede Tierarztpraxis auslesen kann. Ein seriöser Züchter fragt außerdem dich aus: nach deiner Wohnung, deiner Zeit und deinen Erfahrungen mit Hunden.

Ein brauner Pudelwelpe sitzt auf einer bunten Patchwork-Decke
Ein echter Welpe lebt bei seiner Mutter, nicht in einem Inserat mit Lieferservice.Foto: Anna Bondarenko / Pexels

Hund kaufen auf Kleinanzeigen: so läuft ein sicherer Kauf ab

Wer einen Hund auf Kleinanzeigen kaufen will, kann sich mit wenigen Schritten gut schützen. Die Reihenfolge ist wichtig: Erst prüfen, dann besuchen, ganz am Ende bezahlen.

  1. Fotos prüfen: Rückwärtssuche für die Welpenbilder, bevor du Kontakt aufnimmst.
  2. Telefonieren: Ein kurzes Telefonat oder ein Videoanruf zeigt, ob der Verkäufer echt wirkt und den Welpen wirklich bei sich hat.
  3. Besuch vereinbaren: Sieh den Welpen bei ihm zu Hause, zusammen mit der Mutter und den Geschwistern.
  4. Papiere ansehen: Heimtierausweis, Chipnummer, Impfungen und Alter, am besten mit Kopie des Ausweises für den Tierarzt.
  5. Kaufvertrag schließen: Mit Namen und Adresse beider Seiten, Chipnummer, Preis und bekannten Krankheiten.
  6. Bei Abholung bezahlen: Bar oder per Überweisung vor Ort, nie vorab und nie an einen Transportdienst.
  7. Zum Tierarzt: Lass den Welpen in den ersten Tagen untersuchen und den Chip auslesen.

Einen Welpen ohne Besuch zu kaufen, ist das größte Risiko. Verlangt der Verkäufer trotzdem Geld vorab, brich den Kontakt ab, egal wie gut seine Geschichte klingt. Zahlungen per PayPal „Freunde und Familie“ oder per Bargeldtransfer sind für einen Tierkauf ungeeignet, weil du das Geld kaum zurückbekommst. Mehr dazu im Ratgeber Kleinanzeigen: sicher bezahlen und zum PayPal-Freunde-Betrug.

Tipp: Schau auch im Tierheim vorbei. Die Verbraucherzentrale Hamburg erinnert daran, dass Tierheime Hunde jeden Alters, jeder Größe und vieler Rassen vermitteln, auch junge.

Fotos und Videos vom Welpen: was sie beweisen und was nicht

Die Fotos in einem Welpeninserat beweisen fast nichts. Sie können aus einem anderen Inserat kopiert, Monate alt oder mit einer KI erstellt sein. Auch fertige Züchter-Websites mit Bewertungen lassen sich schnell bauen, wie unser Ratgeber Fake-Shop erkennen zeigt. Mehr sagt ein aktuelles Video, auf dem der Verkäufer den Welpen zusammen mit der Mutter zeigt.

Genau hier setzt KatiTrust an. Der Verkäufer nimmt das Video direkt in unserer App auf, denn Dateien aus der Galerie lassen sich dort nicht hochladen, und schickt dir den Prüfcode, den jede Aufnahme bekommt. Mit dem Code kannst du kostenlos im Browser prüfen, dass die Datei seit der Aufnahme unverändert ist, wann sie entstand und ungefähr wo, auf etwa 10 km genau. Die App zum Aufnehmen gibt es für Android bei Google Play, fürs iPhone kommt sie bald.

Das hilft gegen kopierte Fotos und gegen die Geschichte vom Welpen, der angeblich schon bereitsteht. Ein Prüfcode zeigt aber nicht, wem der Welpe gehört, wie alt oder gesund er ist und ob die Papiere stimmen. Er ersetzt also weder den Besuch noch den Tierarzt. Und eine Vorkasse rechtfertigt auch das beste Video nicht.

Schon bezahlt oder ein verdächtiges Angebot: was du jetzt tun kannst

Hast du schon eine Anzahlung oder Transportkosten überwiesen, zahle auf keinen Fall weitere Forderungen. Ruf sofort deine Bank an und frag, ob sich die Überweisung noch stoppen oder zurückholen lässt. Sichere danach alle Beweise: das Inserat, das Profil des Verkäufers, den Chatverlauf, die Fotos des Welpen und die Zahlungsbelege.

Erstatte Anzeige auf jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes. Melde das Inserat außerdem der Plattform, damit andere nicht auf denselben Verkäufer hereinfallen. Welche Schritte nach einem Betrug auf Kleinanzeigen allgemein helfen, erklärt Kleinanzeigen-Betrug: was tun?

Hast du den Verdacht auf illegalen Welpenhandel, informiere die Polizei oder das Veterinäramt deines Landkreises, auch wenn du selbst nicht gekauft hast. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, solche Welpen auch aus Mitleid nicht zu kaufen, weil jeder Kauf den Handel weiter finanziert. Hast du schon einen kranken Welpen zu Hause, geh sofort zum Tierarzt. Ansprüche gegen den Verkäufer lassen sich laut Verbraucherzentrale oft kaum durchsetzen, weil die Händler verschwinden.

Häufige Fragen zum Welpenkauf und Welpen-Betrug

Woran erkenne ich ein Fake-Inserat für Welpen?

An der Kombination aus niedrigem Preis, einem Verkäufer weit weg und dem Wunsch nach Vorkasse für Reservierung oder Transport. Dazu kommen Fotos, die eine Bilder-Rückwärtssuche in anderen Inseraten findet, und Ausreden, warum kein Besuch möglich ist. Lässt der Verkäufer dich den Welpen nicht vor Ort sehen, kauf ihn nicht.

Welpen kaufen: worauf achten beim Besuch?

Auf die Mutter, die Haltung und den Welpen selbst. Die Mutter sollte entspannt sein und zum Wurf gehören, die Welpen sauber, munter und neugierig. Lass dir Heimtierausweis, Chipnummer und Impfungen zeigen und frag nach Tierarztbesuchen. Ein seriöser Züchter stellt dir auch Fragen und drängt dich nicht zum Kauf.

Ist eine Anzahlung für einen Welpen normal?

Bei seriösen Züchtern kommt eine Reservierung vor, aber erst, wenn du den Wurf und die Mutter besucht hast und einen schriftlichen Vertrag bekommst. Eine Anzahlung an jemanden, den du nie getroffen hast, für einen Welpen, den du nur vom Foto kennst, solltest du nicht leisten. Die Polizei rät, nie per Vorkasse an Unbekannte zu überweisen.

Ab welchem Alter darf man einen Welpen kaufen?

Laut Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Welpen aus dem Ausland dürfen laut Verbraucherzentrale Hamburg erst ab etwa 15 Wochen nach Deutschland gebracht werden. Ist ein angeblich importierter Welpe jünger, ist das ein deutliches Warnsignal für illegalen Handel.

Welche Papiere braucht ein Welpe?

Mindestens einen EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, eingetragene Impfungen und Entwurmungen und einen Kaufvertrag. Bei Rassehunden kommt die Ahnentafel eines Zuchtverbands dazu. Lass die Chipnummer beim Tierarzt mit dem Ausweis abgleichen, denn auch Papiere können gefälscht sein.

Kann ich einen Welpen per Videoanruf kaufen?

Ein Videoanruf ist ein guter erster Test, ersetzt aber den Besuch nicht. Er zeigt, ob es den Welpen gibt und ob der Verkäufer ihn wirklich bei sich hat. Alter, Gesundheit, Haltung und die Mutter siehst du nur vor Ort. Verweigert der Verkäufer schon den Videoanruf, ist das ein starkes Warnsignal.

Wo melde ich einen Welpen-Betrug oder illegalen Welpenhandel?

Betrug zeigst du bei der Polizei an, auf der Dienststelle oder über die Onlinewache deines Bundeslandes. Verdacht auf illegalen Welpenhandel kannst du zusätzlich dem Veterinäramt melden. Das Inserat meldest du der Plattform, auf der es steht.

Fazit: Welpen kaufen heißt erst besuchen, dann bezahlen

Beim Welpen kaufen, worauf du achten musst, passt in eine Regel: erst besuchen, dann bezahlen. Online-Inserate sind praktisch, aber ein Foto und eine nette Geschichte sind kein Beweis. Die beiden großen Risiken sind ein Welpe, den es nicht gibt, und ein Welpe aus illegalem Handel. Dagegen hilft: Du siehst den Welpen mit seiner Mutter beim Verkäufer, prüfst Papiere, Chip und Alter und zahlst erst bei der Abholung.

Fordert jemand vorab Geld für Reservierung, Transport oder Impfungen, brich den Kontakt ab. Und hast du schon gezahlt, ruf sofort deine Bank an und erstatte Anzeige.

Über den Autor

Mitgründer & Marketing bei KatiTrust

Yannick ist Mitgründer von KatiTrust und verantwortet dort Marketing und Content. Er hat einen Bachelor- und Masterabschluss im Businessbereich und beschäftigt sich seit Jahren mit Content-Marketing und SEO.

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